Home
Kaiserstuhl
Schwarzwald
UV-Mineralien
Banat
Min.Börse
Island
über mich
über mich

Name: Edmund Schelken, geb. in Doman bei Reschitz in Rumänien

besuchte Schulen in: Reschitz, Schäßburg, Hermannstadt

Ing.-Studium in Berlin

beschäftigt bei Telekom im technischen Dienst

jetzt. Pensionär, der seine Hobbys pflegt

Meine Hobbys sind die Mineralien und die Fotografie. Es sind besonders die Mineralien vom Kaiserstuhl, die mich so sehr faszinierten. So kam es, dass ich mit dem Fotografieren im Millimeterbereich begann, um diese Winzlinge sichtbar zu machen, so dass man sie auch ohne Lupe betrachten kann.                                                                                Eine weitere Leidenschaft war auch das Fotografieren im Makrobereich. Da ich viele Jahre in Freiburg gewohnt habe, war der Kaiserstuhl gerade das Richtige für mich, denn dort konnte ich mich diesbezüglich in der dortigen Fauna und Flora so richtig austoben.


In meiner Heimatstadt Reschitz, hatte ich zwei abenteuerliche Erlebnisse, die ich meinen Landsleuten nicht vorenthalten  möchte, die ich als Jugendlicher dort in den dreißiger-Jahren erlebt habe.

Die Tropfsteinhöhle

Die  Sommerferien vom Internat Schäßburg widmete ich zu Hause in Reschitz der stirniker Tropfsteinhöhle. Eingeführt wurde ich hier von Erwin, meinem älteren Bruder.  Er war es, der mich in diese fantastische Unterwelt führte und mir zeigte, wie man sich hier zurechtfindet. Das stirniker Tal liegt zwischen Reschitz und Doman, genau gegenüber des Gedenkkreuzes eines Soldaten, der bei einem Überfall auf einen Geldtransport erschossen wurde. Es war ein Geldtransport auf einem Pferdefuhrwerk von Reschitz nach Doman, bestimmt für die Bergleute des dortigen Kohlereviers.

Ein steiniger Steig führte in Serpentinen aus dem Tal hinauf zum Eingang der Tropfsteinhöhle. Ich war allein, im Rucksack hatte ich meine Ausrüstung: Ein Seil, eine dicke Rolle Garn, als Laufrolle zur Wegmarkierung, einen alten Blauen Anton, meinen Geologenhammer und natürlich die

unentbehrliche Karbidlampe. Der Arbeitsanzug wurde über den anderen Klamotten darüber angezogen, denn in der Höhle war es ganz schön frisch. Das Seil befestigte ich an einem Baumstumpf und ab ging es indie Tiefe. Am Seil ließ ich mich herabgleiten, vielleicht so 6m, entlang des glitschigen Höhlenschachtes. Es war sehr eng. Unten angekommen machte ich die Karbidlampe klar. Karbid hatte ich ja schon zu Hause kleingeschlagen und in den unteren Behälter gefüllt. Den oberen Wasserbehälter drehte ich so weit auf, bis die Flamme die gewünschte Größe hatte.

Auf dem Bauch ging es weiter durch eine so enge Stelle, daß ich den Rucksack vor mir herschieben mußte. Dann konnte ich mich wieder aufrichten. Der Anblick, der sich mir bot, war überwältigend. Eine riesige Kuppel, wie in einer Kathedrale, gschmückt von unzähligen Tropfsteinen als Stalaktiten und Stalakmiten, zum Teil von enormer Größe, glizernd im Schein der Lampe. An den Wänden quollen orgelähnliche Gebilde, wie Kaskaden herab und der Boden war aus fließendem, aber schon erstarrtem glizernden Kalksinter bedeckt. Andächtig verharrte ich erst eine Weile.

Dann befestigte ich das Ende des Garnes der Laufrolle am Eingang, an einem Stein und auf ging es, die Höhle weiter zu erforschen. Von diesem großen zentralen Raum aus führten mehrere Gänge nach allen Seiten hin. Ich wählte gleich den nächst besten Gang und stiefelte los, immer bedacht, daß das Garn richtig von der Rolle läuft. Aufrecht konnte ich nur ein kurzes Stück gehen, dann ging es in gebückter Haltung weiter und später sogar nur noch auf dem Bauch. Dann wieder weiter in gbückter Stellung, bis ich plötzlich feststellte, daß ich mein Laufgarn kreuzte. Also wieder zurück und einen Gang gewählt. Als dann aber mein Lampenlicht zu flattern begann, merkte ich daß es zeit wurde, abzubrechen.

Schweißtriefend und von Lehm verschmiert erreichte ich das Tageslicht. Es war sehr anstrengend, aber sehr schön und ich beschloss bald wieder zu kommen.

Einige Tage später stieg ich wieder in die Höhle ein. Diesmal wählte ich einen Gang, der nach rechts führte. Ich konnte hier in gebückter Stellung ziemlich weit vordringen. Der Boden war mit einer hellen, festen Kalksinterschicht bedeckt. An einer Stelle stolperte ich über etwas, das aus dem Boden herausragte. Als ich das abgebrochene Stück betrachtete, stellte ich fest, daß es ein fast versteinerter dünner Knochen war. Jetzt wurde es für mich spannend, zumal der Höhlengang hier endete. Mit der Spitze meines Geologenhammers schlug ich an dieser Stelle eine kleine Fläche frei. Die Kalksinterschicht war hier einige Zentimeter stark. Darunter kam dunkelbrauner, weicher Lehm zum Vorschein. In diesen Lehm fand ich tatsächlich einige Knochen, mittlerer Größe, die ich im Rucksack verstaute.

Zu Hause wurde der Lehm abgewaschen, so daß man tatsächlich Knochen erkennen konnte. Aber keiner konnte mir sagen, was das für Knochen sein könnten. Also zog ich einige Tage später wieder los, das Jagdfiieber hatte mich gepackt. Diesmal wurde ich ander gleichen Stelle fündig. Ich fand im Lehm eingepackt bananenförmige Gebilde, ca. 12cm lang die sich nach deren Reinigung als Eckzähne von Höhlenbären herausstellten. Die Zähne waren, dadurch daß sie in Lehm eingepackt waren, sehr gut erhalten. Damit diese Zähne keinen Schaden nehmen sollten, habe ich sie mit farblosen Lack lakiert.

Im Laufe dieses Sommers, wie auch im darauf  folgenden habe ich die Tropfsteinhöhle des öfteren aufgesucht. Ich spezialisierte mich auf diese Reißzähne, so daß ich es auf über 20 Stück brachte. Das heißt, in dieser Höhle hausten einige Höhlenbären, die dann durch Hochwasser zu Tode kamen. Ihre Gebeine wurden in diesen Höhlengang, wie in einer Sackgasse, hereingeschwemmt, in Lehm verpackt und mit einer Kalksinterschicht zugedeckt. Ein Friedhof der Höhlenbären.

Diese Tropfsteinhöhle gibt es leider nicht mehr. Sie verschwand im Schlund der gierigen Hochöfen in Reschitz.

Die Hornviper

Eines Tages, ich kam wieder mal aus der Höhle herausgekrochen, da hörte ich ganz in der Nähe eine Schlange zischen. Beim näheren hinsehen entdeckte ich eine Hornviper und nicht weit davon eine zweite. Die Hornviper ist die giftigste Schlange Südosteuropas. Ich beobachtete sie eine Weile, zog mich aber dann zurück. In mir reifte ein Gedanke. Daheim hatte ich, zur Aufbewahrung einiger Sammlungsstücke, eine flache Holzschatulle mit einen Glasschiebedeckel, ca 40x50cm. Dieser Behälter sollte mein Schlangenterrarium werden. Der Boden wurde mit feinem Sand bedeckt. Dazu kamen einige Steine, etwas Moos und ein flacher Behälter mit Wasser, den ich im Sand versenkte. 

Am nächsten Tag marschierte ich wieder zur Höhle. Unterwegs schnitt ich mir einen Haselnussstock ab, den ich am stärkeren Ende (ca 2cm dick) auf eine Länge von ca 10cm spaltete. Dazwischen schob ich im ersten Drittel einen kleinen Holzkeil, so daß der Spalt am unteren Ende etwas über einen cm klaffte. Der Keil selbst war mit einer Schnur versehen, so daß man ihn leicht wieder herausziehen konnte.

Mit Spannung erreichte ich die Höhle. Eine brütende Hitze breitete sich zwischen den Kalkfelsen aus. Ich schlich zwischen den dornigen Büschen zu der Stelle, an der ich die Schlangen entdeckt hatte. Tatsächlich, sie waren wieder da und sonnten sich auf einer Steinplatte. Ich verhielt mich ganz still und beobachtete sie erst eine Weile. Ich stand sehr günstig, denn die Schlange lag mit ihrem Kopf von mir abgewandt.  

Im Zeitlupentempo führte ich den Haselnussstock mit dem klaffenden Ende in Richtung Schlangenkopf. Die Spannung wuchs und ich traute mich schon gar nicht mehr zu atmen. Ganz langsam und vorsichtig näherte ich den Spalt des Stockes dem Nacken der Schlange. Dann drückte ich ganz plötzlich zu und zog den Keil heraus. Die Schlange war gefangen. Sie wehrte sich kräftig und schlängelte sich um den Stock, war aber nicht mehr in der Lage, sich zu befreien. Die zweite Schlange suchte das Weite.

Nun mußte ich schnell handeln, denn die Schlange sollte so schnell wie möglich in dem mitgebrachten Einweckglas verstaut werden. Schwitzend und immer die Angst im Nacken, daß sie mich beißen könnte, hab ich es dann doch geschafft.  

Erfreut über so viel Jagdglück, machte ich mich schnell auf dem Heimweg. Die Schlange nahm ihr neues zu Hause an. Sie erkundete zunächst ihre neue Umgebung und rollte sich dann in einer Ecke zusammen. Sie hatte keinerlei Schaden durch den Fang genommen.

Ich verbrachte viel Zeit mit meiner neuen Freundin. Tagsüber achtete ich darauf, daß sie viel Sonne hatte und nachts stand das Terrarium, zum Schreck meiner Mutter, auf dem Nachttisch, neben meinem Bett. In den nächsten Tagen brachte ich ihr mal eine tote Maus, die sie überhaupt nicht zur Kenntnis nahm. Dann hatte ich das Glück, zu sehen, wie sie sich häutete und aus ihrer alten Haut herausschlüpfte. Erst danach merkte ich, daß sie etwas aktiver wurde.

Ich war wieder mal in der Tropfsteinhöhle, als mir eine Spitzmaus über den Weg lief. Ich fing sie und obwohl sie mir gleich in den Finger biß, brachte ich sie doch lebend nach Hause.  

Vorsichtig öffnete ich einen Spalt am Terrarium und ließ die Maus hereinfallen. Zitternd blieb sie in der Ecke sitzen, vermutlich hatte sie die Gefahr sofort erkannt. Die Schlange, die sich gerade in der anderen Ecke befand, hob plötzlich ihren Kopf. Wie ein Pfeil schoß sie vor, ein Biss und genau so schnell zog sie  sich wieder zurück. Die Maus fiel auf den Rücken, zappelte noch einmal, war aber dann sofort tot. das Gift wirkte sehr schnell. Die Schlange verhielt sich noch eine ganze Weile ganz ruhig. dann schlich sie langsam in Richtung Maus, beschnupperte sie erst mal. und drehte sie dann ganz geschickt auf den Bauch herum . Es dauerte ganz schön lange, bis sie die Maus mit ihren ausgehangenen Kiefern soweit befördert hatte, das nur noch das Schwänzchen zu sehen war. Langsam glitt der Knäul in ihrem Körper weiter, bis er dann in der Mitte zur Ruhe kam.

Das Ende der Sommerferien stand befor, also hieß es Abschied nehmen von meiner, ach so lieb gewonnenen Schlange. Zusammen mit dem Terrarium brachte ich sie wieder  dorthin, wo ich sie gefangen hatte. Ich öffete ihre Behausung und wartete, daß sich da was tun sollte. Doch es dauerte eine ganze Weile, bis sie endlich ganz langsam in die Freiheit glitt.

[Home] [Kaiserstuhl] [Schwarzwald] [UV-Mineralien] [Banat] [Min.Börse] [Island] [über mich]